Albatros

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Infos für Modellflug und Technik!

So repariert man GFK/CFK Schäden:

Harze, Kleber, Fasermaterial und Füllstoffe

Flächige Reparaturen führt man mit Epoxyd-Harz und Glasfaser- / Kohlefasergewebe durch. Epoxyd-Harz (Laminierharz) sollte ein hochwertiges 24h (Aushärtezeit) mit einer Verarbeitungszeit min. 30 Minuten sein. Beispiele sind:

  • Epoxydharz L + Härter L (40 min) von R&G
  • Gebinde L-385 + H-386, Epoxid-Laminierharzsystem von Carboplast.de
  • Polyester-Harze sind ungeignet für den Modellflugbereich

Laminierharz ist sehr dünnflüssig und sehr gut geeignet um die trockenen GFK- / CFK- / Aramid-Gewebe zu durchdringen. Je nach Anwendung kann man Laminierharz mit folgenden Mittel eindicken:

  • Thixotropiermittel, reines Eindickungsmittel, leicht, ergibt sprödes Ergebnis
  • Baumwollfasern, Füllstoff mit verstärkender und eindickender Wirkung
  • Kurz-Glas-/Kohlefaser: zum Einrühren in Epoxid-Harz, erhöht die Festigkeit
  • gemahlene Glas-/Kohlefaser : Füllstoff zum Einrühren in Epoxid- und Polyesterharzen mit verstärkender Wirkung
  • Microballons: sind weiße Glashohlkugeln zum Einmischen zur Herstellung leichter, gut schleifbarer, druckfester Formmassen

Epoxydharz muss sehr genau (möglichst nach Gewicht) im richtigen Mischungsverhältnis angerührt werden. Stimmt das Mischungsverhältnis nicht bleiben Harz- oder Härteranteile übrig und wirken sich negativ auf das Stabilitätsverhalten aus.

Laminierharz ohne Zusatzstoffe (Fasern, Gewebe, Gelege) ist sehr spröde und eignet sich nicht für Anforderungen nach Stabilität.

Laminierharz ist mit Gewebeverstärkung hat ideale Eigenschaften bzgl. Stabilität und Gewicht.

Eine Aushärtung bei erhöhter Termperatur (30-40°C) ist förderlich für den Zeitaspekt. Gebrauchseigenschaften wie zum Beispiel Festigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Wärmebeständigkeit werden verbessert.

Achtung: Epoxydharz im flüssigen Zustand ist nicht gesundheitsförderlich. Kontakt mit Haut vermeiden. Räume lüften. Bauteile nicht im Backofen tempern.

Für Klebeverbindungen sind normalerweise reine Klebeprodukte besser geeignet. Uhu Endfest ist hier besonders zu nennen. Man kann allgemeingültig sagen, dass je kürzer der Aushärteprozess ist, desto schlechter werden die Eigenschaften bzgl. Verarbeitung, Stabilität, Schleifbarkeit, Langlebigkeit. Alle 5-Minuten-Kleber sind für hohe Anforderungen nicht geeigent.

Vorbereitung

Prinzipiell ist auf ein optimales Vorbereiten der alten Bruch-/Harz-/Klebestellen zu achten. Die Stellen die mit neuem Gewebe repariert werden sollen, müssen:

  • eben sein
  • sehr gut geschliffen also aufgeraut sein
    • dies gilt insbesondere für Rumpfreparaturen von innen. Das vorhandene ausgehärtete Harz, transportiert beim Aushärten eine Art "Fett" auf die Aussenseite, was vor einer Reparatur bestmöglich zu entfernen ist
  • der Schleifstaub ist so weit wie möglich zu entfernen
  • Grundsätzlich sollten man gleiches mit gleichem reparieren. Also CFK Bauteile mit Kohlefaser usw.
    • normalerweise sind die meisten Bauteile mit einem Fasergewebe (verwobene Fasern in unterschiedlichen Richtungen). Hier nutzt man auch Gewebe zur Reperatur
    • in wenigen aber wichtigen Fällen wird Fasergelege verbaut (Holm). Sollten hier Reperaturen notwendig sein, ist auch hier ein Gelege (nur unidirektionale Faser) zu nutzen, um ähnliche Festigkeitswerte zu erhalten.

flächige Reparaturen

Gewebe für Reparaturen eignet sich am besten Gewebe mit ca. 160g/qm. Je nach Größe des Modells und der Reperatur kann es Sinn machen gröberes oder feineres Gewebe einzusetzen.

Für Reparaturen eignen sich besonders gut auch Gewebebänder und Gewebeschläuche, da diese in schmalen Größen zu erhalten sind und bei "kleinen" Reparaturen nicht zum Ausfransen neigen.

Bei Reparaturen bei denen Gewebe eingesetzt wird, sollte das Epxoydharz (+Härter) in Reinform, also ohne Zusatzfüllstoffe verwendet werden, um ein durchgängiges Benetzen und Durchdringen der Fasern zu ermöglichen. Nur damit ist eine maximale Stabilität zu erreichen.

klebende Reperaturen oder Verklebungen von Rumpfeinbauten

Servobretter, aufgeplatzte Nasenleisten, aufgeplatze Stege oder ähnliches die mehr oder weniger stumpf Verbindungen haben, müssen geklebt werden.

Kleber:

  • als Kleber hat sich Uhu Endfest als extrem gut erwiesen.
  • als Alternative (etwas günstiger) kann auch eine Epoxydkleber verwendet werden.
  • es ist auch möglich normales Epoxidharz zum Kleben zu verwenden.
    • Nachteile: Epoxidharz alleine ist extrem spröde und ist damit ein schlechter Kleber
    • Vorteile: das Fließverhalten (Thixotropie) und die Festigkeit kann mittels Zusatzstoffen eingestellt werden
    • Zusatzstoffe:
      • Thixotropiermittel, reines Eindickungsmittel, leicht
      • Baumwollfasern, Füllstoff mit verstärkender und eindickender Wirkung.
      • Kurz-Glas-/Kohlefaser: zum Einrühren in Epoxid-Harz, erhöht die Festigkeit
      • gemahlene Glas-/Kohlefaser : Füllstoff zum Einrühren in Epoxid- und Polyesterharzen mit verstärkender Wirkung

Um diese eingedickte Masse nun an "Ort und Stelle" zu bringen, kann es bei Reparature notwendig sein, mit Sprizen und Kanülen diese in enge Spalte zu bringen. Hierzu ist es ratsam mit kleinen Holzkeilen, die Stellen aufzuspreizen, um dann mit der Kanüle da dicke Harz aufzutragen.

Hierbei gibt es 2 Probleme.

  1. Kanülen sind meist zu dünn für eingedickte Harze. Unten sind mehre Links zu dicken Nadeln gelistet die dick genug sind.
  2. Wird Harz in Spritzen mit Druck eingespritzt, fängt es meist ganz schnell an zu gelieren und Klumpen zu bilden. Bei großem Druck platzt dann sehr leicht die Kanüle von der Spritze. Dies kann verhindert werden, wenn man Kanülen und Spritzen mit Luer Lock benutzt, ein gewindeartiges Lock-System, bei dem die Kanüle auf die Spritze aufgeschraubt wird.

Links zur Materialbeschaffung